Das Kommen und Gehen auf dem unendlichen Ozean des Bewusstseins

Eine Reise durch das Grenzland der Sprache

Denkraum

Eine Reise durch das Grenzland der Sprache

Manchmal reicht ein einziger Satz, um innezuhalten. Der folgende stammt aus einer der ältesten philosophischen Traditionen Indiens und wurde mir vor kurzem zugetragen. Er hat mich nicht mehr losgelassen, nicht weil er eine Antwort liefert, sondern weil er zum Hinterfragen auffordert.

„In the infinite consciousness, in every atom of it, universes come and go like particles of dust in a beam of sunlight that shines through a hole in the roof. These come and go like ripples on the ocean.“

„Im unendlichen Bewusstsein, in jedem seiner Atome, entstehen und vergehen Universen wie Staubkörner in einem Sonnenstrahl, der durch ein Loch im Dach fällt. Sie kommen und gehen wie Wellen auf dem Ozean.“

Zugeschrieben wird der Satz Vasistha, überliefert in der Yoga Vasistha, einem der umfangreichsten philosophischen Texte des Advaita Vedanta. Die englische Fassung, in der er heute zirkuliert, stammt aus der Übersetzung von Swami Venkatesananda, veröffentlicht unter dem Titel Vasistha’s Yoga.

Das Bild, das hier gezeichnet wird, scheint einfach und offenbart doch eine ungeheure Weite. Universen, ganze Welten, werden zu Staubkörnern verkleinert, die kurz im Licht aufleuchten und wieder verschwinden. Nicht das Universum ist demnach das Größte, sondern das Bewusstsein, in dem es erscheint. Zwei Fragen drängen sich sofort auf. Leben wir tatsächlich in einem von vielen Universen? Und was genau ist das Bewusstsein, von dem hier die Rede ist?

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Wie Meditation Körper und Geist verändert

Der Körper folgt dem Geist: 10 Befunde zur Meditation

Schon wenige Minuten Meditation am Tag können messbare Veränderungen im Gehirn bewirken. Was Praktizierende seit Jahrhunderten aus eigener Erfahrung berichten, wird heute durch moderne Hirnforschung, bildgebende Verfahren und Langzeitstudien gestützt. Die Forschung zeigt, wie Meditation Aufmerksamkeit, Emotionen und sogar die Struktur des Gehirns beeinflusst und welche Prozesse dabei tatsächlich ablaufen.

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Das Ewige und das Eine

Das Ewige und das Eine

„Der Fluss ist ursprünglich, in dem die Einheit lebt; das einig Eine, das in sich selbst in dunkler Stille schwebt, ist ohne Bedürfen.“
Meister Eckhart

Herbstliche Blätter, wirbelnde Farbenwunder, fallen reif und leicht der Erde zu. Der letzte Glanz, vom Regen darauf gezaubert, geben sich die Blätter dem Erdreich hin, verschmelzen mit dem Wurzelwerk, um als Nahrung für die nächste Pracht zu dienen. In dieser Stille berühren sich das Ewige und das Eine, um ineinander zu verschmelzen, und dann in seinem Jahreszeitentanz erneut die Fülle zu zelebrieren.

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Epigenetik – Das Wunder des Formbaren

Digitale Gesellschaft · Neurobiologie · Serie · Teil 4

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Epigenetik - rolandgehweiler.de
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Wie Erfahrungen unsere Gene verändern

Deine Gene sind nicht dein Schicksal. Was du erlebst, wie du lebst, was du fühlst, was du wiederholt denkst, das alles hinterlässt molekulare Spuren und beeinflusst die epigenetischen Prozesse nachhaltig. Die gute Nachricht: Diese Spuren lassen sich beeinflussen und sind veränderbar.

Der Ausgangspunkt – Epigenetik

Gleiche Gene, zwei Leben, ein verblüffender Befund

Stell dir zwei eineiige Zwillinge vor. Gleiche DNA, Zeile für Zeile, Buchstabe für Buchstabe identisch. Sie wachsen im selben Haushalt auf, essen dieselbe Schulkantine-Kost, hören dieselbe Musik. Als Kinder sind sie biologisch kaum zu unterscheiden.

Dreißig Jahre später sieht die Sache anders aus. Der eine lebt in einer Stadt, arbeitet im Schichtdienst, schläft schlecht, bewegt sich wenig, scrollt abends durch sein Smartphone bis tief in die Nacht. Der andere ist Lehrer auf dem Land, geht täglich eine Stunde spazieren, pflegt tiefe Freundschaften, hat seit Jahren eine Meditationspraxis.

Wenn Wissenschaftler jetzt die DNA beider untersuchen, finden sie etwas Überraschendes. Die Sequenz, also der genetische Code selbst, ist noch immer identisch. Aber welche Gene aktiv sind, welche schweigen, welche Schalter an- oder ausgestellt wurden, das hat sich auseinander entwickelt. Messbar, nachweisbar, signifikant.

Genau das zeigte Mario Fraga von der Universität Oviedo 2005 in einer wegweisenden Studie, die im Fachjournal PNAS veröffentlicht wurde. Junge eineiige Zwillinge sind epigenetisch nahezu identisch. Ältere Zwillinge mit unterschiedlichen Lebensstilen weichen deutlich voneinander ab. Ihre Gene sind dieselben. Aber ihr Erbgut, funktional betrachtet, hat sich durch das Leben verändert.

Wie ist das möglich? Die Antwort heißt Epigenetik.

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Lernen durch Beobachtung – wie unser Gehirn sich selbst formt

Digitale Gesellschaft · Neurobiologie · Serie · Teil 3

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Tief im Gehirn sitzt ein System, das nicht analysiert, sondern nachahmt. Es übersetzt die Handlungen, Absichten und Zustände anderer Menschen direkt in eigene neuronale Aktivität, schneller als jeder Gedanke, unmittelbarer als jedes Urteil. Es ist die biologische Wurzel von Empathie, Imitation und Lernen. Und es verhungert, während wir scrollen.

Die Entdeckung, die alles veränderte

Ein Zufall in Parma

Es war ein heißer Sommertag in einem Neurowissenschaftslabor in Parma. Ein Makake, ein Affe dessen Gehirn, dem menschlichen erstaunlich ähnlich ist, saß angeschlossen an Elektroden, die seine Hirnaktivität maßen. Ein Forscher griff nach einem Eisbecher. Und das Gehirn des Affen feuerte, als hätte er selbst gegriffen.

Der Affe hatte sich nicht bewegt. Er hatte nur geschaut. Und sein Gehirn hatte mitgemacht.

Was Giacomo Rizzolatti und sein Team in den 1990er Jahren in Parma entdeckten, veränderte das Verständnis des menschlichen Gehirns grundlegend. Spiegelneuronen, Nervenzellen die sowohl beim Ausführen einer Handlung als auch beim Beobachten derselben Handlung aktiv werden. Das Gehirn spiegelt, was es sieht. Es simuliert innerlich, was es außen wahrnimmt.

Das Gehirn lernt nicht nur durch Tun. Es lernt durch Schauen, Fühlen und Nachahmen. Das ist keine Metapher. Das ist Biologie.

Die Funktion – Was Spiegelneuronen leisten

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Neuroplastizität – Die Kraft hinter lebenslangem Wandel

Digitale Gesellschaft · Neurobiologie · Serie · Teil 2

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Wann hast du zuletzt dein Gehirn trainiert.

Wir wissen mehr über unseren Bizeps als über das Organ, das jeden Gedanken, jede Entscheidung und jede Emotion erzeugt. Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis einer Kultur, die Sichtbares belohnt und Unsichtbares vernachlässigt.

Ein seltsames Missverhältnis

Frag jemanden, wie er seinen Körper trainiert, und du bekommst eine präzise Antwort. Beinpresse, drei Sätze, zwölf Wiederholungen, zweimal die Woche. Progressionsplan, Proteinzufuhr, Regenerationszeit. Menschen verwalten ihren Körper mit einer Detailgenauigkeit, die beeindruckt.

Frag dieselbe Person, wie sie ihr Gehirn trainiert, und du bekommst meistens Schweigen. Oder eine vage Antwort: „Ich lese manchmal.“ Oder noch häufiger: „Das Gehirn trainiert sich doch von selbst.“

Tut es nicht. Und genau das ist der Punkt: Was wir nicht kennen, können wir auch nicht vermissen. Wer nie erfahren hat, was ein trainiertes Gehirn leisten kann, sieht keinen Grund, etwas zu verändern. Und wer keinen Grund zur Veränderung sieht, bleibt bequem, und das System sorgt dafür, dass es am besten so bleibt.

Das Gehirn formt sich nach dem, womit du es füllst. Wer das dem Zufall überlässt, überlässt es dem Algorithmus.

Was wir wissen und was nicht

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