Vom Ich zum Wir – Bildung braucht Kontext

Bildung-vom-Ich-zum-Wir

Bildung · Kontext · Verantwortung

Vom Ich zum Wir

Warum Bildung mehr Kontext braucht

Wir leben in einer Zeit, in der Wissen nahezu unbegrenzt verfügbar ist. Noch nie konnten Menschen so schnell auf Daten, Forschung, Erklärungen und unterschiedliche Sichtweisen zugreifen. Trotzdem führt mehr Information nicht automatisch zu besseren Entscheidungen.

Das ist zunächst erstaunlich. Wenn wir mehr wissen, müssten wir doch eigentlich vernünftiger handeln.

Offenbar reicht Wissen allein nicht aus.

Wir können wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen und trotzdem ausschließlich den eigenen Vorteil verfolgen. Wir können sehr genau über ökologische Folgen informiert sein und Entscheidungen treffen, die diese Folgen ausblenden. Wir können wissen, wie sehr Menschen auf Gemeinschaft angewiesen sind, und dennoch in Strukturen leben, die Konkurrenz, Abgrenzung und Selbstbehauptung belohnen.

Vielleicht fehlt uns deshalb weniger Wissen als ein größerer Zusammenhang.

Wissen sagt uns, was ist. Kontext hilft uns zu verstehen, was es bedeutet. Und aus diesem Verständnis entsteht die Frage, wie wir handeln wollen.

WeiterlesenVom Ich zum Wir – Bildung braucht Kontext

Angst – die stille Fessel

Inhalt dieses Artikels Was Angst mit dem Gehirn macht Warum negative Nachrichten gewinnen Wenn Cortisol das Denken übernimmt Angst als Hinweis für fehlende Information Wie man aus der Spirale aussteigt Drei Werkzeuge mit belastbaren Daten Denkraum · Gehirn & Digitalisierung Angst, die stille Fessel: Wie ein Gefühl uns lenkbar macht Macht Angst uns zu Sklaven der Umstände? Die Frage klingt vielleicht etwas zugespitzt, trifft aber einen wesentlichen Punkt und beschreibt…

WeiterlesenAngst – die stille Fessel

Neuropolitik – Die dritte Alternative

community network neuro Luftaufnahme Wohnsiedlung kreisförmige Struktur - rolandgehweiler.de

Das Gehirn und die gelebte Demokratie


Jahrtausende
geformt für das Überleben in kleinen Gruppen
250
Jahre alt ist die moderne Demokratie
10 s
bis das Urteil gefallen ist

Zehn Sekunden, die entscheidend sind

Jeder kennt das.

Jemand sagt das falsche Wort. Oder das richtige Wort im falschen Ton. Und schon ist es passiert: die Schultern ziehen sich hoch, der Blick wird kühler, der Gedanke formt sich noch bevor er gedacht wurde. Die gehört nicht dazu. Der denkt falsch. Mit denen rede ich nicht.

Kein Argument wurde ausgetauscht. Keine einzige Information verarbeitet. Und trotzdem ist das Urteil längst gefallen. Es geht so schnell, zehn Sekunden, mehr braucht es nicht.

Das ist kein persönliches Versagen oder eine charakterliche Schwäche.

Das ist Neurobiologie in Aktion.

Unser Gehirn tut in diesem Moment genau das, wofür es über Jahrtausende optimiert wurde: Es erkennt blitzschnell, wer zur Gruppe gehört und wer nicht. Es bewertet, sortiert, entscheidet. In einer Zeit, in der diese Fähigkeit über Leben und Tod entscheiden konnte, war das ein Überlebensvorteil. In einer Demokratie, in der wir mit Menschen zusammenleben und zusammenentscheiden müssen, die anders denken, anders glauben, anders fühlen, wird dieselbe natürliche Fähigkeit zum Stolperstein für eine objektive Kommunikation.

Die Neurowissenschaft hat dafür längst einen Namen. Liya Yu, neuropolitische Philosophin an der Schnittstelle von Gehirnforschung und Politikwissenschaft, nennt es neuropolitische Dissonanz: die Lücke zwischen dem, was unsere Gehirne von Natur aus tun, und dem, was moderne Gesellschaften von ihnen verlangen.

Diese Lücke ist das Thema dieses Artikels.

WeiterlesenNeuropolitik – Die dritte Alternative

Das Kommen und Gehen auf dem unendlichen Ozean des Bewusstseins

Eine Reise durch das Grenzland der Sprache

Denkraum

Eine Reise durch das Grenzland der Sprache

Manchmal reicht ein einziger Satz, um innezuhalten. Der folgende stammt aus einer der ältesten philosophischen Traditionen Indiens und wurde mir vor kurzem zugetragen. Er hat mich nicht mehr losgelassen, nicht weil er eine Antwort liefert, sondern weil er zum Hinterfragen auffordert.

„In the infinite consciousness, in every atom of it, universes come and go like particles of dust in a beam of sunlight that shines through a hole in the roof. These come and go like ripples on the ocean.“

„Im unendlichen Bewusstsein, in jedem seiner Atome, entstehen und vergehen Universen wie Staubkörner in einem Sonnenstrahl, der durch ein Loch im Dach fällt. Sie kommen und gehen wie Wellen auf dem Ozean.“

Zugeschrieben wird der Satz Vasistha, überliefert in der Yoga Vasistha, einem der umfangreichsten philosophischen Texte des Advaita Vedanta. Die englische Fassung, in der er heute zirkuliert, stammt aus der Übersetzung von Swami Venkatesananda, veröffentlicht unter dem Titel Vasistha’s Yoga.

Das Bild, das hier gezeichnet wird, scheint einfach und offenbart doch eine ungeheure Weite. Universen, ganze Welten, werden zu Staubkörnern verkleinert, die kurz im Licht aufleuchten und wieder verschwinden. Nicht das Universum ist demnach das Größte, sondern das Bewusstsein, in dem es erscheint. Zwei Fragen drängen sich sofort auf. Leben wir tatsächlich in einem von vielen Universen? Und was genau ist das Bewusstsein, von dem hier die Rede ist?

WeiterlesenDas Kommen und Gehen auf dem unendlichen Ozean des Bewusstseins

Wie Meditation Körper und Geist verändert

Der Körper folgt dem Geist: 10 Befunde zur Meditation

Schon wenige Minuten Meditation am Tag können messbare Veränderungen im Gehirn bewirken. Was Praktizierende seit Jahrhunderten aus eigener Erfahrung berichten, wird heute durch moderne Hirnforschung, bildgebende Verfahren und Langzeitstudien gestützt. Die Forschung zeigt, wie Meditation Aufmerksamkeit, Emotionen und sogar die Struktur des Gehirns beeinflusst und welche Prozesse dabei tatsächlich ablaufen.

WeiterlesenWie Meditation Körper und Geist verändert

Das Ewige und das Eine

Das Ewige und das Eine

„Der Fluss ist ursprünglich, in dem die Einheit lebt; das einig Eine, das in sich selbst in dunkler Stille schwebt, ist ohne Bedürfen.“
Meister Eckhart

Herbstliche Blätter, wirbelnde Farbenwunder, fallen reif und leicht der Erde zu. Der letzte Glanz, vom Regen darauf gezaubert, geben sich die Blätter dem Erdreich hin, verschmelzen mit dem Wurzelwerk, um als Nahrung für die nächste Pracht zu dienen. In dieser Stille berühren sich das Ewige und das Eine, um ineinander zu verschmelzen, und dann in seinem Jahreszeitentanz erneut die Fülle zu zelebrieren.

WeiterlesenDas Ewige und das Eine