Die Vergangenheit weicht zurück
Es gibt nur die Gegenwart und die Vergangenheit weicht vor ihr zurück. Unbekannt
Wo lassen wir all die Zeit? Sie gleitet durch unsere Hände, kaum dass wir sie bemerken. Im Vorübergehen vergessen wir uns selbst, wie einen Regenschirm, den man achtlos stehen lässt, überlassen an Wind und Wetter, an die äußeren Bedingungen des Augenblicks.
Es ist ein stilles Versäumnis. Kein dramatischer Bruch, sondern ein allmähliches Abdriften. Wir leben, aber wir sind nicht wirklich anwesend. Was uns bewegt, sind selten die Dinge, die gerade geschehen, sondern meist jene, die längst vergangen sind.
Die Vergangenheit bestimmt unsere Entscheidungen, oft ohne dass wir es merken. Sie legt sich wie ein Filter über das Gegenwärtige, trübt das immer wieder Neue und Lebendige, färbt das Leben ein mit den Farben des Gewesenen. Was wäre, wenn wir dem Heute, dem Jetzt, begegnen würden, wie es sich uns heute genau jetzt zeigt, ohne den eingefärbten Blick aus dem Gestern?





Betrachten statt planen. Sich dem Augenblick zuwenden, ohne ihn in Entwürfe, Erwartungen oder Absichten einzuspannen. Nicht vorausgreifen auf das, was sein könnte, sondern verweilen bei dem, was sich gerade zeigt. Ein offenes Erleben, im reinen Gewahrsein, durchlässig für das, was geschieht, ohne es festzuhalten oder zu formen. Dem Lebendigen verwoben, dem Wesenhaften nah, als Teil eines größeren Geschehens, das sich nicht erzwingen, sondern nur erfahren lässt.