Betrachten statt planen

Betrachten statt planen - rolandgehweiler.deBetrachten statt planen. Sich dem Augenblick zuwenden, ohne ihn in Entwürfe, Erwartungen oder Absichten einzuspannen. Nicht vorausgreifen auf das, was sein könnte, sondern verweilen bei dem, was sich gerade zeigt. Ein offenes Erleben, im reinen Gewahrsein, durchlässig für das, was geschieht, ohne es festzuhalten oder zu formen. Dem Lebendigen verwoben, dem Wesenhaften nah, als Teil eines größeren Geschehens, das sich nicht erzwingen, sondern nur erfahren lässt.

Betrachten statt werten. Schauen, ohne sofort zu benennen, einzuordnen oder zu vergleichen. Ohne zu teilen in richtig und falsch, schön und weniger schön, bedeutsam und belanglos. Ohne zu wiegen, zu messen oder zu berechnen. Ein offenes Sehen, das die Dinge sein lässt, wie sie sind, und ihnen Raum gibt, sich aus sich selbst heraus zu offenbaren.

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Ein Faden im Gewebe des Lebendigen

Von der Kunst des stillen Neubeginns - RolandGehweiler.de

Von der Kunst des stillen Neubeginns

„…so bist Du fort und fort gediehen
nach dem Gesetz, wonach Du angetreten.
…geprägte Form, die lebend sich entwickelt.“
Johann Wolfgang von Goethe

Das Lebendige, diese in uns innewohnende schöpferische Lebenskraft, strebt unaufhaltsam nach Einswerdung. Durch diese strebende Kraft reifen und wachsen wir, durch unser Sein, durch das was wir erleben und wie wir dem Leben begegnen. Unser Wissen und unsere gelebten Erfahrungen erweitern sich stetig, denn wir können nicht nicht lernen. Ob bewusst oder unbewusst: das Lernen hört nie auf. Doch das meiste davon verbleibt und wirkt im Verborgenen, versinkt tief ins Unbewusste, abgelegt und archiviert, aber nicht vergessen, manchmal vergraben, oft verschüttet.

Und genau dort beginnt das Drama: Diese Prägungen, das tiefe Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit und all die längst vergessenen Geschichten wirken in uns fort. Sie hindern uns daran, uns dem Fluss des Lebens hinzugeben und dem Urgrund des Seins mit Weite und offenem Herzen zu begegnen. Stattdessen begrenzen wir uns immer wieder selbst, aus dem Wunsch nach Wiederholbarkeit und dem trügerischen Gefühl von Sicherheit. Stillstand kann erstaunlich bequem sein. Und genau das macht ihn so verführerisch.

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Kommunikation ist keine Einbahnstraße

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Ein Plädoyer für den echten Dialog und die Kunst der schöpferischen Kommunikation

Ich erlebe es immer häufiger: Worte werden gesendet, Gedanken geteilt, Fragen gestellt und dann? Stille. Kein Echo. Keine Rückmeldung. Als würde man in einen leeren Raum sprechen.
Wir leben in einer Zeit, in der Inhalte konsumiert, aber nicht verarbeitet werden. Gelesen, aber nicht beantwortet. Zur Kenntnis genommen, aber nicht reflektiert. Der eigene Standpunkt bleibt unausgesprochen, man scrollt weiter.

„Man muss einen Standpunkt haben, um den Dingen ihren Wert zuzuteilen.“ – Chinesisches Sprichwort

Ich empfinde das als eine Form von Gleichgültigkeit. Nicht immer bewusst entschieden, aber dennoch mit weitreichenden Auswirkungen auf unsere zwischenmenschliche Kommunikation. Denn Schweigen ist keine neutrale Haltung. Es ist eine innere Entscheidung.

Offene Fragen in den Raum zu stellen, ohne Antwort zu erhalten, erinnert mich an eine gestellte Rechnung, die niemand begleicht. Der Anspruch ist klar formuliert, die Einlösung bleibt aus.

Dabei ist echter Dialog keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Haltung. Er erfordert den inneren Willen, Stellung zu beziehen – zu widersprechen, zuzustimmen oder einfach zu sagen: „Ich habe es wahrgenommen.“

Ein anderer Weg

Doch ich glaube, es gibt einen anderen Weg.

Ich habe lange nach einem Begriff gesucht, der beschreibt, was mir in Gesprächen wirklich wichtig ist. Nicht das bloße Austauschen von Informationen. Nicht das Überzeugenwollen. Sondern etwas, das tiefer geht, etwas, das beide Seiten verändert.

Ich nenne es schöpferische Kommunikation.

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Die Offene Weite – Nichts von heilig

Über Wandel, Wissen und die Kunst, mit dem Nichtwissen zu leben

Haltenhof Überlingen Bodensee

I. Der Umbruch

Die Welt ist im Umbruch. Das war sie immer, denn das Beständigste ist die Wandlung und trotzdem erschreckt uns das jedes Mal neu. Wir wünschen uns, dass es bleibt, wie es ist, wenn es uns gerade gut geht. Das ist kein Fehler, das ist menschlich. Aber dieser Wunsch verrät bereits alles: Wir wissen, dass es nicht bleibt. Und weil wir das wissen, suchen wir.

Wir suchen in rationalen Erkenntnissen und alten Weisheitslehren, im I Ging und in der Astrologie, in den Tarotkarten und im Gebet. Doch diese Systeme verdienen mehr als eine Aufzählung, sie sind grundverschieden. Die Wissenschaft sucht Wiederholbarkeit. Das I Ging arbeitet mit Resonanz, nicht mit Kausalität. Die Astrologie deutet symbolische Muster. Das Gebet setzt eine persönliche Beziehung voraus. Was sie eint, ist nicht ihre Methode, sondern unser Hunger: Wir wollen, dass das Chaos Form annimmt. Wir projizieren Bedeutung in Systeme, die uns Bedeutung zurückwerfen und nennen das Erkenntnis. Dabei übersehen wir, dass die Antwort oft schon in der Frage steckt, die wir zu stellen bereit waren.

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Wie kommen wir in Kontakt?

Gesehen werden. Die stille Kraft echter Begegnung

„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Kontakt“.

– Virginia Satir –

Es gibt eine tiefe Sehnsucht, die viele Menschen miteinander verbindet. Sie hat wenig mit Anerkennung, Erfolg oder Bewunderung zu tun. Es ist der Wunsch, wirklich gesehen zu werden, als Mensch, mit allem, was gerade da ist.

Wir spüren den Unterschied sofort. Ob jemand nur unsere Worte hört oder ob er wirklich zuhört. Ob jemand auf unsere Geschichte reagiert oder auf den Menschen dahinter. In solchen Augenblicken entsteht etwas Besonderes: das Gefühl, angenommen zu sein, ohne etwas beweisen zu müssen.
Echter Kontakt entsteht dort, wo Aufmerksamkeit wichtiger wird als Bewertung. Wo wir nicht sofort antworten müssen und analysieren oder korrigieren wollen, sondern bereit sind, dem anderen mit Offenheit zu begegnen, erst kann zwischenmenschliche Verbindung entstehen.

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Alles erledigt, trotzdem tot

Alles erledigt, trotzdem tot - Roland Gehweiler
Mit KI erstellt.

Gustavo Ferrara hatte nie eine Aufgabe unvollendet gelassen.

Die Listen auf seinem Schreibtisch waren legendär – eng beschrieben, jeder Punkt säuberlich durchgestrichen. Rechnungen bezahlt, Versprechen gehalten, Erwartungen erfüllt. An seinem sechzigsten Geburtstag saß er allein in seinem Arbeitszimmer und strich den letzten Punkt einer Liste durch, die er vor dreißig Jahren begonnen hatte. Er lehnte sich zurück und wartete auf das Gefühl, das kommen sollte.

Es kam nicht.

Auf dem Tisch lag ein Buch, das ihm seine Schwester geschenkt hatte – er hatte es nie aufgeschlagen. Er öffnete es jetzt, planlos, irgendwo in der Mitte, und sein Blick fiel auf einen einzigen Satz, der wie ein Fremdkörper zwischen den Zeilen stand: Alles erledigt, trotzdem tot.

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