Doch nur der Augenblick hat Weite

Wir haben zum Ewigen keinen anderen Zugang als durch den Augenblick, in dem wir leben. Herbert von Hoemer
Sekunde für Sekunde verstreicht die Zeit. Unhörbar, unaufhaltsam, gleichgültig gegenüber dem, was wir planen, fürchten oder ersehnen. Von Ewigkeit zu Ewigkeit reisen wir, und doch bemerken wir kaum, dass wir unterwegs sind. Gebunden in vergangenen Gedanken, die uns nicht loslassen wollen. Gebunden in zukünftigen Gedanken, die uns noch nicht gehören. Dazwischen: der Augenblick. Klein, flüchtig, unscheinbar. Und doch das Einzige, was wirklich ist.
Nur der Augenblick hat Weite. Das klingt paradox, denn er dauert kaum länger als ein Atemzug. Aber er ist frei und unbelastet, trägt keine Schuld und keine Erwartung. Er ist rein, weil er nichts beweisen muss. Offen wie eine leere Hand, die bereit ist zu empfangen.

