
Wir haben zum Ewigen keinen anderen Zugang als durch den Augenblick, in dem wir leben. Herbert von Hoemer
Sekunde für Sekunde verstreicht die Zeit. Unhörbar, unaufhaltsam, gleichgültig gegenüber dem, was wir planen, fürchten oder ersehnen. Von Ewigkeit zu Ewigkeit reisen wir, und doch bemerken wir kaum, dass wir unterwegs sind. Gebunden in vergangenen Gedanken, die uns nicht loslassen wollen. Gebunden in zukünftigen Gedanken, die uns noch nicht gehören. Dazwischen: der Augenblick. Klein, flüchtig, unscheinbar. Und doch das Einzige, was wirklich ist.
Nur der Augenblick hat Weite. Das klingt paradox, denn er dauert kaum länger als ein Atemzug. Aber er ist frei und unbelastet, trägt keine Schuld und keine Erwartung. Er ist rein, weil er nichts beweisen muss. Offen wie eine leere Hand, die bereit ist zu empfangen.Was hindert uns, dort anzukommen? Meist sind es die Geschichten, die wir über das Leben erzählen. Die Wiederholungen des Gestern, die Sorgen um das Morgen, die uns so beschäftigen, dass das Heute kaum Platz findet. Wir warten darauf, dass das Leben beginnt, während es längst geschieht.
Das Ewige ist nicht das Gegenteil des Augenblicks. Es spricht durch ihn. Der Zugang liegt nicht in fernen Welten, nicht in großen Offenbarungen, nicht am Ende eines langen Weges. Er liegt hier. Jetzt. In diesem Atemzug.
Öffne dein Herz. Mach es weit. Weit genug für die Stille, die sich zeigt, wenn der innere Lärm aufhört. Weit genug für die Liebe, die keine Bedingung kennt. Weit genug für die Herrlichkeit, die im Jetzt wartet. Sie war immer schon da. Wir mussten nur aufhören, an ihr vorbei zudenken.
