Category Archives: Blickwinkel

Blickwinkel

Die Botschaft erkennen

Die Weite der BergeEin Reisender kam in ein Kloster, um den Meister zu hören. Nach einer Weile sprach er zu einem der anderen Schüler: “Ich bin weit gereist, um dem Meister zuzuhören. Aber jetzt, wo ich ihn höre, finde ich seine Worte ganz gewöhnlich.” Der Schüler antwortete: “Höre nicht auf seine Worte. Höre auf seine Botschaft.” “Und wie macht man das?” “Halte dich an einen Satz, den er sagt. Schüttle ihn dann gut durch, bis alle Wörter herausfallen. Was übrig bleibt, wird dein Herz entflammen.”

Was ist die Welt in der ich lebe?

Pilares MountainWann werde ich zu staunen
aufhören und zu begreifen beginnen.
Was bin ich? Was ist der Mensch?
Was ist die Welt, in der ich lebe?

Galileo Galilei

Der große Astronom Galileo Galilei steht am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Er hat diesen erkenntnismäßigen Quantensprung mit Kopernikus gegen furchterregende Kräfte erst ermöglicht. Durch die Verwendung des Fernrohrs konnte er Gesetzmäßigkeiten der Bewegung der Gestirne erkennen, wo die Menschheit zuvor „nur“ einen Himmel mit religiösen Dimensionen gesehen hatte. Die zentralen Fragen, „Was bin ich? Was ist der Mensch?“ bekamen dadurch eine neue Brisanz. Die alten Antworten passten nicht mehr zu den neuen, naturwissenschaftlichen Rätseln. Der Mensch nicht mehr im Zentrum des Universums? Durch diese Entzauberung wurde die Welt aber nicht ärmer – die Frage „Was ist die Welt, in der wir leben“ fasziniert nach wie vor. Galileo: “ Wir bringen das Neue nicht, um die Geister zu verwirren, sondern um aufzuklären, nicht um die Wissenschaft zu zerstören, sondern um wahrhaft zu begründen. Unsere Gegner aber nennen, was sie nicht widerlegen können, falsch und ketzerisch, indem sie sich aus erheuchelten Religionseifer einen Schild machten und die Heilige Schrift zu Dienerin ihrer Absichten erniedrigen.“ Quelle: @Impulse

Wenn Du es eilig hast, gehe langsam…

Mulla Nasrudin zog seinen Handkarren zur nächsten Stadt, um sein Gemüse auf dem Markt anzupreisen. Unterdessen hörte er, wie sich schnell Hufgeräusche näherten, eine edle Kutsche hielt neben ihm an. Der Kutscher hatte es sehr eilig und rief: „Sag schnell – wie weit ist es noch bis zur nächsten Stadt?“
Mulla Nasrudin antwortete: „Wenn Ihr langsam fahrt, dauert es wohl eine halbe Stunde. Fahrt Ihr jedoch schnell weiter, so dauert es drei Stunden, mein Herr.“
„Du Narr!“, schimpfte ihn der Kutscher und trieb die Pferde zu einem noch schnelleren Galopp an und die Kutsche entschwand Mulla Nasrudinns Blick.

Mulla Nasrudin ging gemächlich seines Weges auf der staubigen Straße, die viele Schlaglöcher hatte. Nach etwa einer Stunde sah er nach einer Kurve eine Kutsche im Graben liegen. Die Vorderachse war gebrochen und der Kutscher von vorhin, war fluchend dabei, die Kutsche wieder instand zu setzen.
Der Kutscher bedachte Nasrudin mit einem bösen und vorwurfsvollen Blick, worauf dieser nur sagte: „Ich sagte Euch doch: Wenn Ihr langsam fahrt, dauert die Fahrt eine halbe Stunde …“

Ein Schauspiel, das großartiger ist als das Meer

Es gibt ein Schauspiel,
das großartiger ist als das Meer, das ist der Himmel;
es gibt ein Schauspiel, das größer ist als der Himmel,
das ist das Innere der Seele.

Victor Hugo

Schauspiel des inneren Himmels

Besonders geht es mit unseren Wünschen so.

Besonders die WünscheÜberhaupt aber ergeht es uns im Leben wie dem Wanderer, vor welchem, indem er vorwärts schreitet, die Gegenstände andere Gestalten annehmen, als sie von ferne zeigten, und sich gleichsam verwandeln, indem er sich nähert. Besonders geht es mit unseren Wünschen so.

Arthur Schopenhauer